Praktikum bei TRITON IT: Zwei Wochen, die mir die Realität der Softwareentwicklung nähergebracht haben
Bei TRITON IT bieten wir seit Langem Schülern der Sekundarstufe die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeit in einer realen IT-Umgebung zu gewinnen. Dabei handelt es sich weder um einen formellen Ausflug noch um das Beobachten der Arbeit aus der Ferne, sondern um die aktive Einbindung in Projekte, Prozesse und Entscheidungsprozesse, die den Alltag eines Entwicklungsteams ausmachen.
Vor kurzem haben zwei Schüler bei uns ein vierzehntägiges Fachpraktikum absolviert: Miroslav Šimánek von der Industrieoberschule in Jihlava und Ondřej Micka von der Elektrotechnischen Industrieoberschule in Ječná. Nach Abschluss des Praktikums bleiben sie zudem im Rahmen einer langfristigen Aushilfstätigkeit weiterhin im Team.
Abb. 1: Praktikant Miroslav Šimánek bei der Arbeit am SwiftFill-Projekt.
Erste Einblicke in den Alltag eines IT-Unternehmens
Die ersten Tage des Praktikums waren der Einarbeitung in das Unternehmensumfeld, den Arbeitsabläufen und den Grundprinzipien gewidmet, auf denen moderne Entwicklung und Projektmanagement basieren – wie ein Auftrag entsteht, wie ein Projekt geplant wird und wie die einzelnen Rollen im Team miteinander verzahnt sind.
Ein großer Teil der Einführung befasste sich auch mit den Tools, die heute zum Standard einer effizienten Entwicklung gehören. Die Studierenden lernten den Prozess der Projektplanung kennen, die Grundlagen der Arbeit mit Tools zur Optimierung der Kommunikation sowie den Einsatz von KI-Tools als Teil der täglichen Entwicklungsarbeit und nicht als externes Zusatzinstrument. Gleichzeitig konnten sie das Onboarding und die Arbeitserfassung in unserem Tool HNexus selbst ausprobieren.
Abb. 2: Bevor die Praktikanten mit dem Schreiben der ersten Codezeilen beginnen konnten, musste das gesamte Projekt gemeinsam mit unserem CTO Marek Rost gründlich geplant werden.
Zu Beginn des Praktikums probierten die Studierenden auch das Projektmanagement mit dem Tool Sequentia PM aus, das wir bei der Planung und Steuerung der Entwicklung einsetzen. Es handelt sich um ein minimalistisches Projektmanagement-Tool, wodurch das gesamte Projekt übersichtlich, versionierbar und sowohl für Entwickler als auch für KI-Assistenten leicht lesbar ist. Anstelle von Datenbanken oder Cloud-Diensten wird das gesamte Projekt durch eine Dateistruktur dargestellt, was den Studierenden half, besser zu verstehen, wie die einzelnen Entwicklungsphasen – vom Auftrag über das Backlog bis hin zur eigentlichen Implementierung – miteinander zusammenhängen.
„Schon in den ersten Tagen wurde mir klar, dass es in der IT nicht nur darum geht, gedankenlos Code zu schreiben. Erst da wurde mir bewusst, wie viel Arbeit bereits geleistet werden muss, bevor überhaupt die erste Zeile Code geschrieben wird.“
Miroslav Šimánek, Praktikant
Beteiligung an einem realen Projekt: Swiftfill
Im Gegensatz zu herkömmlichen Studentenpraktika war die Ausbildung nicht von der praktischen Entwicklung abgekoppelt. Ondra und Mirek wurden direkt in die Entwicklung unseres Projekts Swiftfill eingebunden, einer API-Schnittstelle für Web- und E-Shop-Entwickler, die als Adressvervollständigung und -validierung in Formularen dient.
Abb. 3: Swiftfill ist ein Projekt unserer Praktikanten, die es innerhalb von zwei Wochen von der Planung bis zur Produktivschaltung umgesetzt haben.
Das Ziel von Swiftfill ist es, die Eingabe von Adressdaten zu vereinfachen und die Fehlerquote zu senken, die in der Praxis zu nicht zugestellten Sendungen und unnötigen Kosten führt. Die Studierenden waren sowohl an der Konzeption als auch an der Implementierung von Teilen des Systems beteiligt und arbeiteten an der Verknüpfung von Frontend- und Backend-Logik. Zu ihren Aufgaben gehörte es auch, zu verstehen, wie die einzelnen Schichten der Anwendung im realen Betrieb miteinander verbunden sind und wie wichtig Datenkonsistenz sowie eine korrekte API-Struktur sind.
Abb. 4: SwiftFill fungiert als Autovervollständigungsfunktion für geprüfte Adressdaten in Online-Shops.
Technischer Teil: Git, Frontend und Grundlagen von DevOps
Die nächste Phase des Praktikums konzentrierte sich auf die technische Umsetzung und den Umgang mit Tools, die in der modernen Softwareentwicklung zum Standard gehören. Die Studierenden arbeiteten mit GitLab, wo sie das Anlegen von Repositories, den Umgang mit der Versionsverwaltung von Code und die Grundprinzipien der Teamzusammenarbeit bei der Entwicklung ausprobierten. Anschließend widmeten sie sich dem Entwurf der Frontend-Architektur, der Erstellung von Komponenten und der Überarbeitung einer bestehenden Landingpage.
Im fortgeschrittenen Teil des Praktikums befassten sie sich auch mit Themen, die deutlich über den Grundschulunterricht hinausgehen. Sie arbeiteten mit Docker, machten sich mit Linux vertraut und beschäftigten sich mit der Bereitstellung von SSH-/CI-Schlüsseln. Zum Abschluss des Praktikums gab es außerdem eine Einführung in die Automatisierung des Deployments und die Grundlagen des Tools Ansible.
„Manchmal wurde mir von all dem ganz schwindelig, und ich musste viel Zeit damit verbringen, die Dokumentation im Selbststudium durchzuarbeiten. Aber das Gefühl, wenn die Dinge plötzlich Sinn ergeben und der Code so funktioniert, wie er soll – das ist einfach unbezahlbar.“
Miroslav Šimánek, Praktikant
Ein wichtiger Bestandteil des gesamten Praktikums war auch die Zusammenarbeit im Team und der Umgang mit modernen KI-Tools, die heute fester Bestandteil des Entwicklungs-Workflows sind.
Ondra und Mirek lernten, wie man KI nicht nur zur Codegenerierung einsetzt, sondern vor allem als Werkzeug zur Problemanalyse, zur Beschleunigung der Arbeit und zum besseren Verständnis der Aufgabenstellung. Gleichzeitig arbeiteten sie jedoch auch daran, ihre Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung und zur Orientierung in der Dokumentation zu bewahren.
Abb. 5: Praktikant Ondřej Micka bei der Arbeit am SwiftFill-Projekt.
Der Übergang von der Theorie zur Praxis
Aus Sicht der Studierenden war das Praktikum vor allem eine Konfrontation des in der Schule erworbenen Wissens mit der Realität der Entwicklung. Wie sie selbst beschreiben, lag der größte Unterschied nicht in den Technologien, sondern darin, wie komplex der gesamte Entwicklungsprozess in Wirklichkeit ist.
„Ich habe verstanden, wie der gesamte Softwareentwicklungszyklus abläuft – vom ersten Treffen über die Ermittlung der Zielgruppe bis hin zur endgültigen Implementierung. Es ist mir gelungen, mein theoretisches Wissen aus der Ausbildung mit praktischen Fähigkeiten zu verbinden.“
Ondřej Micka, Praktikant
Das gesamte Praktikum war von Anfang an als vollwertige Einbindung in das Team konzipiert und nicht als isolierte Fortbildungsmaßnahme. Ondra und Mirek durchliefen innerhalb von zwei Wochen den gesamten Entwicklungsprozess, von der ersten Einweisung in das Projekt bis hin zu konkreten Umsetzungsaufgaben. Das Ergebnis ist nicht nur ein erfolgreich abgeschlossenes Praktikum, sondern auch die Fortsetzung der Zusammenarbeit im Rahmen einer langfristigen Teilzeitbeschäftigung. Beide werden somit weiterhin am Swiftfill-Projekt mitarbeiten und an dessen weiterer Entwicklung mitwirken.
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